Die Projektwerkstatt als Impulsgeber für Kollaboration im ländlichen Raum – die COBRA-Abschlusstagung am 17. März 2015

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Ares Kalandides beim Begrüßungswort zur COBRA-Abschlusstagung

Der Ausstellungsraum des Gubener Rathauses war am 17. März 2015 ausgiebig gefüllt. Grund war die Abschlusstagung des ESF-geförderten Modellprojekts COBRA – Kollaborative Arbeit in Brandenburg. Neben Vertretern von Stadt, Projektträger und Partnern erschienen zahlreiche interessierte Akteure aus Politik, Kreativ- und Privatwirtschaft um in sich an Vorträgen, Workshops und Diskussionen zum Thema Innovation in ländlichen Regionen zu beteiligen.

Nach einem Begrüßungswort durch die Stadt Guben, in dem auf die lokale Bedeutung des Projekts hingewiesen wurde, lieferte Ares Kalandides eine Einführung in die Idee und den Kontext des Projekts COBRA. Neben der regionalen Problemlage von Abwanderung, demographischen Wandel, Fachkräftemangel und partiellem Innovationsstau in den Unternehmen, wurden Lösungsansätze des Projekts zum Transformationsbedarf  präsentiert. Hierbei wurden insbesondere die Schaffung temporärer Handlungsräume in der Region für junge Menschen und regionale Unternehmen hervorgehoben. Dieser Ansatz wurde durch das Projekt COBRA in Form von drei einwöchigen Innovationswerkstätten in Guben in die Tat umgesetzt. Des Weiteren wurde der detaillierte Projektverlauf inklusive Lernerfahrungen, Herausforderungen und Projektergebnissen präsentiert mit dem Ziel des besseren Verständnisses für Besucher der Abschlusstagung.

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Neben den wichtigen Handlungsempfehlungen, die solch ein Modellprojekt mit sich bringt, wurden die Produkte, Services und Prototypen aus den Innovationswerkstätten in einer Werkschau mit Kurzpräsentationen vorgestellt. Das Format der Werkschau erlaubte eine unmittelbare Interaktion zwischen Besuchern und gestalterischen COBRA-Teilnehmern und wurde somit zu einem besonderen Erlebnis bei welchem Besucher der Tagung Prototypen direkt ausprobieren konnten und die Möglichkeit zu tiefergehenden Fragen  gegeben war.

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Im Anschluss präsentierten Essi Johanna Glomb von der Weißensee Kunsthochschule Berlin, Ela Kagel, Leiterin des Co-Working-Spaces SUPERMARKT in Berlin, und Dr. Bastian Lange von Multiplicities ihre Projekterfahrung und Expertenwissen im Bereich Kollaborative Arbeit und Neue Arbeit im ländlichen Raum. Dr. Bastian Lange schlug hierbei die Brücke von praktischer Projekterfahrung zu konzeptionellen Hintergrund im Projekt COBRA und diskutierte die Implikationen von Globalisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung für den ländlichen Raum.

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Essi Johanna Glomb, Stundentin der Weißensee Kunsthochschule Berlin, stellt das Projekt “Greenlab 3.0 – Design für eine zukunftsfähige Lausitz” vor mit zahlreichen Beispielen zur explorativen Auseinandersetzung mit dem Raum Lausitz. Im Projekt “Greenlab 3.0”  diente der Raum Lausitz als Inspirationsquelle zur Erkundung neuer Materialien.

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Ela Kagel, Leiterin von SUPERMARKT Berlin, ging in ihrer Präsentation auf die notwendigen Rahmenbedingungen zum Kollaborativen Arbeiten und zur Schaffung von Innovation ein. Auch wenn eine generelle Offenheit, die sich in Raum, Miteinander, Kommunikation und Arbeitsprozessen widerspiegelt, grundlegend Voraussetzung für die Schaffung von Innovation ist, so sind diese Rahmenbedingung jedoch keine Garantie für die Schaffung von Innovation. Vielmehr, so Ela Kagel, sind Innovation eher dem glücklichen Zufall (“Serendipity”) zuzuschreiben, welcher aus den Rahmenbedingungen entstehen kann.

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Das anschließende Weltcafé-Format, eine Methode zum gemeinschaftlichen Erarbeiten von Lösungsansätzen, ermöglichte allen Teilnehmern der Tagung ihre persönliche Sichtweise auf die Dinge mit Vertretern der verschieden Institutionen zu teilen. An einzelnen Tischen mit einem Rapporteur und wechselnden Teilnehmer fanden angeregte Diskussion statt, welche durch den Rapporteur dokumentiert wurden. Fokus des Formats war die Verstetigung des Projekts COBRA, aber auch die Bedeutung des Projekts für den gesamten Brandenburgischen Raum und Möglichkeiten der Übertragung auf andere Regionen.

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Als Teilthemen wurden hierbei, die Verstetigung in Guben, die von Einzelprojekten, mögliche  Netzwerkerweiterungen, sowie die Übertragbarkeit auf andere Regionen behandelt. Die Vielfältigkeit der Teilnehmer brachte sehr verschiedene Sichtweisen zutage und produzierte somit ganzheitliche Betrachtungen der einzelnen Thematiken.

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Insbesondere der teils erstmalige Austausch zwischen einzelnen Akteuren an einem Tisch wurde als sehr hilfreich wahrgenommen und bietet sich an als mögliches Werkzeug zum Austausch für zukünftige Veranstaltungen.

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Nach diesem Impuls zum Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren wurden die Ergebnisse der einzelnen Tische vorgestellt und in eine Podiumsdiskussion getragen. Diese wurde durch Dr. Bastian Lange moderiert und beinhaltete Frau Nicole Servatius von der Grünen Werkstatt Wendland, Frau Gehrick vom MASFG von Brandenburg, Herrn Till Meyer von der Zukunftsagentur Brandenburg und Essi Johanna Glomb von der Weißensee Kunsthochschule Berlin.

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Im abschließenden Gespräch entstand schnell Einigkeit über den Erfolg und die Bedeutung des Projekt COBRA, jedoch wurden die verschiedenen Möglichkeiten der Verstetigung kontrovers diskutiert. Die Notwendigkeit für Initiativen die einen Wissenstransfer in den ländlichen Raum ermöglichen, neue Formen der Arbeit etablieren und Innovationsimpulse setzten ist evident, nur bleibt oft die Frage in welcher Form dies letztendlich auch finanziell umsetzbar ist.

Wir möchte uns herzlich bedanken bei allen Teilnehmern der Abschlusstagung, den Menschen in Guben und allen anderen Projektbeteiligten.

Die Projektdokumentation, die u.a. die entstandenen Prototypen, Artefakte, Produkte und Services sowie die strategischen Handlungsansätze zur Förderung von Kollaboration und Innovation im ländlichen Raum vereint ist derzeit in der Fertigstellung und wird allen Mitwirkenden und Interessierten demnächst zur Verfügung gestellt.

 

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